Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Kultureller Nachweis von Brucella spp. in Salzlake-Weißkäse (1999)

    Art
    Poster
    Autoren
    Kleer, Josef (WE 8)
    Teufel, Paul
    Sinell, Hans-Jürgen (WE 8)
    Kongress
    40. Arbeitstagung des Arbeitsgebietes Lebensmittelhygiene der DVG
    Garmisch-Partenkirchen, 29.09. – 01.10.1999
    Quelle
    40. Arbeitstagung des Arbeitsgebietes "Lebensmittelhygiene", Teil 1 - Vorträge, Teil 2 - Poster
    — S. 319–323
    Kontakt
    Institut für Lebensmittelsicherheit und -hygiene

    Königsweg 69
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62550 Fax.+49 30 838 46029
    email:lebensmittelhygiene@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Im Nahen Osten und in den meisten an das Mittelmeer angrenzenden Ländern ist die Brucellose der kleinen Wiederkäuerarten auch heute noch endemisch. Die Möglichkeit einer alimentären Übertragung auf den Menschen ist seit den Untersuchungen der britischen Mediterranean Fever Commission auf Malta in den Jahren 1904/1905 bekannt und immer wieder bestätigt worden. Leider wird das Risiko einer alimentären Infektion deutlich unterschätzt. Zudem mangelt es an praktikablen Nachweisverfahren, und so spielt ein Monitoring von potentiell mit Brucellen kontaminierten rohen Schaf- und Ziegenmilch-Erzeugnissen wie Feta (Griechenland) und Beyaz peynir (Türkei) und anderen Salzlake-Weißkäsen in der heutigen Praxis der Lebensmitteluntersuchung keine Rolle.
    Bei der Erarbeitung eines für den Nachweis von Brucella spp. aus Weißkäse geeigneten kulturellen Verfahrens war zu berücksichtigen, daß über die minimale Infektionsdosis für den Menschen nichts bekannt ist. Deshalb sollte der Isolierung der Brucellen auf Festnährböden ein Anreicherungsverfahren vorgeschaltet werden. Für die Kultur ist eine hohe Selektivität zu fordern, weil die produktspezifische Mikroflora der Weißkäse ein weites Spektrum gramnegativer und -positiver Bakterien sowie Schimmelpilze und Hefen umfassen kann.
    Zur Auswahl eines geeigneten Selektivmediums wurden 6 in der Literatur für die Untersuchung von klinischem Material und Milch beschriebene Medien (W-Medium, W-Medium ohne Kristallviolett, SDA-, RYAN-, FARRELL- sowie BRODIE & SINTON-Medium) auf ihre Selektivität und Produktivität hin geprüft. Der von FARRELL (1974) als Festnährboden beschriebene und in dieser Arbeit auch als Flüssigmedium benutzte Nährboden eignete sich bei hoher Selektivität und Produktivität für die Reisolierung der verwendeten 15 Brucella-Stämme (B. abortus, B. melitensis, B. suis) aus experimentell kontaminierten Weißkäse-Homogenaten. Auch die Reisolierung von B. melitensis aus Beyaz peynir, der aus künstlich kontaminierter Milch hergestellt worden war, war möglich. Die Anreicherung von 25 g Probenmaterial in FARRELL-Bouillon mit folgender Isolierung auf festen FARRELL-Selektivnährböden ermöglichte den Nachweis von etwa 1 KbE Brucella / g Weißkäse.