Fachbereich Veterinärmedizin


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    Vorkommen und Nachweis glykopeptidresistenter Enterokokkenspezies bei Mastgeflügel, Schwein und Rind (1999)

    Art
    Poster
    Autoren
    Bouchette, Linda
    Ellerbroek, Lüppo
    Weise, E.
    Hildebrandt, Goetz (WE 8)
    Kongress
    40. Arbeitstagung des Arbeitsgebietes Lebensmittelhygiene der DVG
    Garmisch-Partenkirchen, 29.09. – 01.10.1999
    Quelle
    40. Arbeitstagung des Arbeitsgebietes "Lebensmittelhygiene", Teil 1 - Vorträge, Teil 2 - Poster
    — S. 402–408
    Kontakt
    Institut für Lebensmittelsicherheit und -hygiene

    Königsweg 69
    14163 Berlin
    +49 30 838 62550
    lebensmittelhygiene@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    In den letzten Jahren gewinnen einige Stämme der Gattung Enterococcus als fakultativ pathogene Erreger in der Humanmedizin an Bedeutung. Während noch vor 10 Jahren Enterokokken nicht zu den nosokomialen Sepsiserreger zählten, werden sie heute bereits für ca. ein Fünftel der septischen Allgemeininfektionen verantwortlich gemacht. Dieser Anstieg begründet sich vor allem auf ihrer besonderen Fähigkeit, Resistenzen gegenüber antimikrobiell wirksamen Substanzen auszubilden.
    Die hohe Glykopeptidunempfindlichkeit wird durch die Präsenz des high-level Resistenzgens VanA gekennzeichnet. Diese high-level Resistenz wird mittels Transposonen übertragen. Sie äußert sich in einer durch Vancomycin und Teicoplanin induzierbaren Unempfindlichkeit mit einer MHK von >256μg/ml.
    Ziel der Studie war es, Vorkommen und Empfindlichkeit Vancomycin resistenter Enterokokken (VRE) zu erfassen sowie zusammenhänge zwischen Glykopeptidresistenzen und dem Einsatz von Avoparcin in der Tierproduktion aufzuzeigen. Das Glykopeptid Avoparcin wurde in der Tiermast als Leistungsförderer eingesetzt und weist eine dem Teicoplanin und Vancomycin ähnliche Strukturformel auf. Allerdings ist seit Januar 1996 diese Applikation gesetzlich unterbunden worden, da man die Entwicklung von Kreuzresistenzen und Resistenzpools fürchtete.
    Die untersuchten Proben stammten aus Geflügelmastbetrieben. Zur Klärung möglicher zusammenhänge zwischen Avoparcinverfütterung und Resistenzverhalten wurden Betriebe zweier unterschiedlicher Haltungsformen ausgewählt: Einerseits konventionell. also potentiell mit dem Einsatz von Avoparcin (bis zu dessen Verbot) als Futtermittelzusatz arbeitende Großbetriebe und andererseits ökologisch, also unter dem Verzicht von Fütterungsarzneimitteln produzierende Kleinbetriebe.
    Um ein möglichst breites Spektrum der Infektionskreise zu erfassen, wurden die Proben aus den Bereichen Stall, Schlachthof und Lebensmittelendprodukt gezogen.
    Es wurden insgesamt 223 Proben entnommen und 278 VRE-Stämme isoliert. Zunächst wurde von allen VRE-Stämmen nach kulturmorphologischen, biochemischen und serologischen Kriterien die Artzugehörigkeit bestimmt. Anschließend wurde die Glykopeptidempfindlichkeit im Mikrodilutionsverfahren geprüft. Bei auf Grund von Herkunft, Haltungsform und Resistenzverhalten ausgewählten Isolaten, wurde eine horizontale Polyacrylamidgelelektrophorese durchgeführt, und die Gele durch eine Clusteranalyse ausgewertet.
    60,9% der Proben erwiesen sich bei Anzüchtung auf einem mit 50mg Vancomycin/l supplementierten CATC-AQar als VRE positiv. Davon entfielen 88,7% auf Proben konventioneller Großbetriebe und 31.5% auf kleinbäuerliche Haltungen. Bei den VRF- Isolaten handelte es sich ausschließlich um E. faecium-Stämme mit einem high-level Resistenzverhalten. Das VanA-Gen wurde bei allen ausgewählten Isolaten nachgewiessn. Die Clusteranalyee zeigte eine Übereintimmung der Proteinmuster von mehr als 90% und weist damit eine enge Verwandtschaft der isolierten Stämme nach.