Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Kanine Anaplasma-phagocytophilum-Infektion:
    Molekulare Differenzierung beteiligter Stämme (2009)

    Art
    Vortrag
    Autoren
    Silaghi, C.
    Kohn, B. (WE 20)
    Kunow, F.
    Galke, D.
    Friche Passos, L. M.
    Thiel, C.
    Nolte, I.
    Pfister, K.
    Kongress
    17. Jahrestagung der FG Innere Medizin und klinische Labordiagnostik (InnLab) der DVG 31. Januar/1. Februar 2009 in Berlin
    Berlin, 31.01. – 01.02.2009
    Quelle
    Tierärztliche Praxis / Ausgabe K, Kleintiere, Heimtiere; 37(1, A11) — S. A7
    ISSN: 1434-1239
    Kontakt
    Klinik für kleine Haustiere

    Oertzenweg 19 b
    Haus 1
    14163 Berlin
    +49 30 838 62356
    kleintierklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Das durch Zecken übertragene, obligat intrazelluläre Bakterium Anaplasma phagocytophilum ist der Erreger der Caninen Granulozytären Anaplasmose (CGA). Dumler et al. reklassifizierten 2001 die bis dahin separaten Spezies Ehrlichia phagocytophila, Ehrlichia
    equi und das Agens der Humanen Granulozytären Ehrlichiose (HGE) in der neuen Spezies A. phagocytophilum aufgrund von Homologien des 16S-rRNA-Gens. Zwischen verschiedenen geographischen Regionen und Wirtstierspezies herrscht jedoch große Heterogenität
    innerhalb der Spezies A. phagocytophilum. Ziel der vorliegenden Studie ist es, die an kaninen A.-phagocytophilum-Infektionen in Deutschland beteiligten Stämme molekular zu differenzieren und mit Stämmen aus anderen Regionen und von anderen Wirtstierarten
    zu vergleichen. Als Studienmaterial dienten bisher 9 Fälle von CGA aus dem Jahr 2008 und EDTA-Blut einer zufällig ausgewählten Stichprobe von 85 nicht Anaplasmose-verdächtigen Hunden (9–11/2008). Die molekulare Detektion von A. phagocytophilum erfolgte mit Real-time-PCR, in positiven Proben wurde im Anschluss ein Teil des 16S-rRNA-Gens mittels nested PCR amplifiziert, das Produkt sequenziert und auf Polymorphismen analysiert. Von den 85 zufällig ausgewählten Hunden waren 3 A.-phagocytophilum-positiv.
    Bisher ließen sich 2 A.-phagocytophilum-Stämme auf Basis des 16S-rRNA-Gens differenzieren. Konträr dazu waren die 16S-rRNAGenabschnitte von 7 an Weidefieber erkrankten Rindern aus dem Berner Oberland untereinander identisch und entsprachen der häufiger beim Hund vorkommenden Sequenz (7 Fälle). Diese wurde schon 1994 bei an CGA erkrankten Hunden in Schweden und 2006 in Süddeutschland in aktiv wirtssuchenden Ixodes-ricinus-Zecken
    entdeckt. Ein Zusammenhang zwischen den beiden Stämmen und dem klinischen Bild der CGA-Fälle konnte bisher nicht hergestellt werden. Das 16S-rRNA-Gen ist allerdings ein konservierter Genomabschnitt, der die tatsächlich existierende Heterogenität von A. phagocytophilum nur bedingt wiedergibt. Erste Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass bei der CGA in Deutschland unterschiedliche Stämme beteiligt sind. Daher sind weitere Untersuchungen mit höheren Fallzahlen unter Einbeziehung von Genen, bei denen sich größere
    Unterschiede der Stämme gezeigt haben, nötig. Zum Zeitpunkt der Verfassung des Abstracts liegen Daten zum msp2-Gen (major surface protein) von 4 CGA-Fällen und 5 Rindern vor, wobei sich mindestens 2 weitere Subtypen bei einem der 16S-rDNA-Stämme
    des Hundes abzeichnen, während die des Rindes auch auf Ebene dieses Gens identisch zu sein scheinen.