Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Lungenmanifestation bei Hunden mit Leptospirose (2009)

    Art
    Vortrag
    Autoren
    Radeke, K.
    Kaser-Hotz, B.
    Arndt, G. (WE 16)
    Gruber, A. D. (WE 12)
    Guerra, B.
    Jansen, A.
    Luge, E.
    Nöckler, K.
    Kohn, B. (WE 20)
    Kongress
    17. Jahrestagung der FG Innere Medizin und klinische Labordiagnostik (InnLab) der DVG 31. Januar/1. Februar 2009 in Berlin
    Berlin, 31.01. – 01.02.2009
    Quelle
    Tierärztliche Praxis / Ausgabe K, Kleintiere, Heimtiere; 37(1, A12) — S. A8
    ISSN: 1434-1239
    Kontakt
    Institut für Tierpathologie

    Robert-von-Ostertag-Str. 15
    Gebäude 12
    14163 Berlin
    +49 30 838 62450

    Abstract / Zusammenfassung

    Die Leptospirose führt bei infizierten Hunden häufig zu akutem Nieren- und Leberversagen. Über eine schwere, pulmonale Form („severe pulmonary hemorrhage syndrome“) mit Symptomen wie Dyspnoe, Husten und Hämoptysis sowie radiologisch auffälligen Lungenzeichnungen und einer Letalität von teilweise über 70% wurde in der Humanmedizin in den letzten Jahren vermehrt berichtet.
    Beim Leptospirose-kranken Hund wurde eine Lungenmanifestation bisher nur vereinzelt beschrieben.
    Bei Hunden mit Leptospirose sollte evaluiert werden: 1) klinische Symptomatik, insbesondere von Seiten des Respirationstraktes, sowie die radiologischen Lungenveränderungen, 2) Vergleich der Laborwerte der Hunde mit und ohne Dyspnoe, 3) besteht eine Korrelation zwischen Schweregrad der Dyspnoe und röntgenologischen Lungenveränderungen und dem Ausgang der Erkrankung.
    37 Hunde mit Leptospirose wurden in die Studie eingeschlossen, wobei zwischen Hunden mit (Gruppe 1) bzw. ohne (Gruppe 2) Lungenmanifestation unterschieden wurde. Dyspnoe wurde in die Schweregrade Grad 1 (gering- bis mittelgradig) bzw. Grad 2 (hochgradig) und die Thoraxröntgenbilder nach dem Lungenmuster (interstitiell, alveolär) und dessen Ausprägung (dorsal, generalisiert) in die Schweregrade 1–4 eingeteilt. Von Gruppe 1 wurden Laborwerte,
    die am Tag der schwerwiegendsten Lungenveränderungen erhoben wurden und von Gruppe 2 die entsprechenden Parameter mit den jeweils größten Abweichungen vom Referenzbereich ausgewertet.
    22 der 37 Hunde (59,5%) hatten Dyspnoe (15 Hunde Grad 1, 7 Grad 2). Röntgenologisch wiesen ein Hund Lungenveränderungen Grad 1, 11 Hunde Grad 2 und 10 Grad 4 auf. Zwischen Gruppe 1 und 2 lagen signifikante Unterschiede im Schweregrad der Thrombozytopenie (Median Gruppe 1 68, Gruppe 2 151 G/l, p = 0,01) und Anämie (Median Gruppe 1 0,31, Gruppe 2 0,38 l/l, p = 0,02) vor. Im Gegensatz zu den röntgenologischen Lungenbefunden korrelierte der
    Schweregrad der Dyspnoe signifikant mit der Letalität (p = 0,003);
    alle Hunde mit Dyspnoe Grad 2 mussten euthanasiert werden, hingegen nur 33% der Hunde mit gering- bis mittelgradiger und 27% der Hunde ohne Dyspnoe.
    Eine pulmonale Form der Leptospirose trat bei über der Hälfte der erkrankten Hunde auf. 55% der Hunde mit Dyspnoe mussten euthanasiert werden im Gegensatz zu 27% der Hunde ohne Lungenmanifestation.
    Dies zeigt, dass pulmonale Verlaufsformen auch bei der kaninen Leptospirose eine schwerwiegende Komplikation mit deutlich erhöhter Letalität darstellen.