Fachbereich Veterinärmedizin


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    Geklebter Rohschinken geleimte Verbraucher (2010)

    Art
    Pressespiegel
    Quelle
    ARD: Markt, am 14.04.2010 um 22:02
    Verweise
    URL (Volltext): http://programm.ard.de/Programm/Sender?sender=28721&datum=2010-04-14&sendung=287215789463159
    Kontakt
    Institut für Lebensmittelsicherheit und -hygiene

    Königsweg 69
    14163 Berlin
    +49 30 838 62550
    lebensmittelhygiene@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Nach Recherchen von Markt iverheimlichen deutsche Hersteller von Lachs-, Nuss- und luftgetrocknetem Schinken ihren Käufern ein wesentliches Detail: Sie haben einen Weg gefunden, kleine Teile rohes Fleisch zu großen Stücken zu verkleben. Für den Verbraucher ist das Klebefleisch nicht zu erkennen. Da ein entsprechender Hinweis auf der Verpackung fehlt, wird er getäuscht. Damit bewegen sich die Hersteller derzeit in einer rechtlichen Grauzone. Sie nennen ihre Produkte gerne köstlich , bezeichnen sie als Spitzenqualität oder Delikatess -Rohschinken. In Wirklichkeit steckt oftmals Klebefleisch in der Verpackung dies hat eine Untersuchung in einem akkreditierten Laboratorium im Auftrag von Markt ergeben. Eine Möglichkeit, geklebten Rohschinken herzustellen, ist die Behandlung kleinerer Fleischteile mit dem Enzym Transglutaminase. Der Befund von Prof. Goetz Hildebrandt vom Institut für Lebensmittelhygiene der FU Berlin: In sechs von 13 untersuchten Rohschinken-Produkten befanden sich Schinkenscheiben, die aus mehreren Teilen zusammengeklebt waren. Darunter befinden sich auch Produkte der Firma Gutfried, nämlich der Putenlachsschinken und der luftgetrocknete Putenschinken. Auch der luftgetrocknete Frühstücksschinken von Lidl-Lieferant Reinert steht im Verdacht. Markt hat die Hersteller mit den Ergebnissen der Recherchen konfrontiert. Die Antwort von Gutfried: Für den luftgetrockneten Schinken stammt das Fleisch aus der Puten-Oberkeule. Und im Falle des Puten-Lachsschinkens: Zum anderen sind die Filetstücke der Putenbrust der Ursprung unseres Lachsschinkens. Für beide Gutfried-Produkte, dies teilt das Unternehmen mit einem eigenen Laborbericht mit, gelte: Sie würden in einen Darm abgefüllt und so zu einer Aufschnittstange zusammengefügt . Der Hersteller Reinert setzt das Ergebnis einer eigenen Untersuchung entgegen, weist den Verdacht zurück und antwortet Markt zu seinem Frühstücksschinken: Es handelt sich hierbei um ein natürlich gewachsenes Teilstück vom Schwein. Dr. Detlef Horn, Vorstandsvorsitzender des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes in Krefeld, fordert, es müsse dafür gesorgt werden, dass derartige Produkte so gekennzeichnet seien, dass der Verbraucher zwischen einem gewachsenen Schinken und einem zusammengesetzten Produkt unterscheiden könne. Dass bei den beanstandeten Rohschinken Verbraucher getäuscht werden, steht für Prof. Goetz Hildebrandt außer Frage. Für die aus mehreren Teilen zusammengeklebten Rohschinken hat er eine klare Bezeichnung: Formfleisch.