Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Giardia duodenalis bei Hunden und Katzen:
    Prävalenz und Genotypisierung (2013)

    Art
    Poster
    Autoren
    Rehbein, S.
    Klotz, C.
    Müller, E.
    Aebischer, A.
    Kohn, B. (WE 20)
    Kongress
    21. Jahrestagung der FG Innere Medizin und Labordiagnostik der DVG
    München, 01. – 02.02.2013
    Quelle
    Tierärztliche Praxis / Ausgabe K, Kleintiere, Heimtiere; 41(1) — S. P25
    ISSN: 1434-1239
    Kontakt
    Klinik für kleine Haustiere

    Oertzenweg 19 b
    Haus 1
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62356 Fax: +49 30 - 838 460 157
    email: kleintierklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Einleitung: Giardia duodenalis ist einer der weltweit bedeutendsten Durchfallerreger
    mit zoonotischem Potenzial. In der Hundepopulation wird für
    Deutschland eine Prävalenz von 2,3-29,5%, für die Katzenpopulation von
    1,1-22,4% angegeben. Die zugrunde liegende Pathophysiologie sowie spezifische
    Virulenzfaktoren sind nur unzureichend bekannt. Die humanpathogenen
    G.-duodenalis-Genotypen (Assemblagen) A und B infizieren neben
    dem Menschen eine große Vielzahl von Vertebraten inklusive Hunde und
    Katzen und sind potenziell zoonotisch. Die Genotypen C und D werden nahezu
    ausschließlich beim Hund nachgewiesen und Genotyp F bei der Katze.
    Ziele: Die Prävalenzrate von G. duodenalis bei Hunden und Katzen soll in
    einer Kleintierklinikpopulation festgestellt werden. Außerdem sollen die
    epidemiologischen Risikofaktoren, die zu einer Giardieninfektion führen
    können, erfasst werden. Mithilfe molekularbiologischer Techniken sollen
    die bei Hunden und Katzen auftretenden Assemblagen ermittelt werden.
    Material und Methoden: Es wird Kot von Hunden und Katzen unabhängig
    von klinischen Symptomen an der Klinik für kleine Haustiere, FU Berlin,
    gesammelt. Diese Proben werden mittels eines ELISA auf G. duodenalis untersucht.
    Von den positiven Proben wird eine Polymerasekettenreaktion zur
    Amplifikation eines spezifischen Sequenzbereichs des Triosephosphatisomerase-
    Gens (TPI) mit anschließender Sequenzanalyse zur Bestimmung
    des G.-duodenalis-Genotyps durchgeführt. Für jedes Tier soll ein Fragebogen
    vom Besitzer ausgefüllt werden. Dieser umfasst unter anderem Lebensumstände
    und Vorerkrankungen. Ergebnisse: Derzeit wurden 246 Hundekotproben
    getestet, wobei 120 Tiere gastrointestinale Symptome zeigten. Bei
    35 Proben war der Giardien-ELISA positiv. Von den positiv getesteten Hunden
    wiesen 26 gastrointestinale Symptome auf. Es konnten Assemblage A,
    B, C und D in unterschiedlicher Verteilung gefunden werden. Insgesamt
    wurden 60 Katzenkotproben untersucht, wovon 21 Tiere gastrointestinale Beschwerden aufwiesen. Alle Katzenkotproben waren negativ. Nur 11 der
    Katzen waren Freigänger. Schlussfolgerungen: Sowohl die Prävalenz einer
    Giardieninfektion bei Hunden (14%) als auch das Auffinden der Assemblage
    A bis D entspricht den Angaben in der Literatur. 74% der Hunde mit positivem
    ELISA-Ergebnis hatten gastrointestinale Symptome. Bisher wurde
    keine Katze positiv getestet, was an der überwiegenden Wohnungshaltung
    liegen könnte.