Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Störungen des Wasserhaushalts bei zwei Hunden und einer Katze mit ZNS-Erkrankungen (2013)

    Art
    Poster
    Autoren
    Weingart, C. (WE 20)
    Gruber, A D (WE 12)
    Kershaw, O. (WE 12)
    Kohn, B. (WE 20)
    Kongress
    21. Jahrestagung der FG Innere Medizin und klinische Labordiagnostik der DVG (InnLab)
    München, 01. – 02.02.2013
    Quelle
    Tierärztliche Praxis / Ausgabe K, Kleintiere, Heimtiere; 41(1) — S. P32
    ISSN: 1434-1239
    Kontakt
    Klinik für kleine Haustiere

    Oertzenweg 19 b
    Haus 1
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62356 Fax: +49 30 - 838 460 157
    email: kleintierklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Einleitung: Eine normovolämische Hypernatriämie ist eine selten vorkommende
    Elektrolytverschiebung, die bei plötzlichem Auftreten mit einer lebensbedrohlichen
    Plasmahyperosmolalität einhergehen kann. Die häufigste
    Ursache ist ein angeborener oder erworbener Diabetes insipidus. Fall -
    beschreibungen: Zwei Hunde (11-jähriger Riesenschnauzer, mk; 7-jähriger
    Appenzeller Sennenhund, w) und eine Katze (3 Monate, EKH, w) mit Hypernatriämie
    wiesen Polyurie/Polydipsie, Bewusstseinsstörungen (Lethargie,
    Stupor) und Ataxie auf. Die Natriumkonzentration im Plasma reichte
    von 163-185 mmol/l (Ref. Hund: 140-150, Katze: 145-158). Die Plasmaosmolalität
    betrug 364 und 411 mOsm/kg bei den Hunden (Ref. 290-310)
    bzw. 445 mOsm/kg bei der Katze (Ref.: 290-330), bei gleichzeitig niedriger
    Harnosmolalität (353-720 mOsm/kg, Ref. Hund: 50-2800, Katze: 50-3000).
    Nach Ausgleich der Dehydratation bzw. Hypovolämie mit Ringerlaktat-Lösung
    lag eine normovolämische Hypernatriämie vor. Es wurde eine hypoosmolare
    Lösung (Ringerlaktat mit Glukose 5% 1:2) verabreicht, was nur zu
    einer geringgradigen Reduktion der Natriumkonzentration im Plasma
    führte. Beide Hunde wiesen einen Hyperkortisolismus auf. Eine Computertomographie
    bzw. eine pathologische Untersuchung bestätigten das Vorliegen
    hypophysärer Makroadenome. Beide Hunde wurden euthanasiert. Die
    Katze entwickelte die Hypernatriämie vermutlich infolge eines Schädel-
    Hirn-Traumas. Die Laborwerte und die klinischen Symptome normalisierten
    sich innerhalb von 3 Tagen bzw. 2 Wochen. Diskussion: Die Hypernatriämie
    der beschriebenen Patienten entstand sehr wahrscheinlich infolge
    einer Dysfunktion der Hypothalamus-Hypophysen-Achse. Eine Kompres -
    sion des Hypothalamus, eine Dysfunktion der Osmorezeptoren im Hypothalamus
    oder eine verminderte Freisetzung von Vasopressin aus der Hypophyse
    können Ursache für einen erworbenen zentralen Diabetes insipidus sein.