Fachbereich Veterinärmedizin


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    Einfluß der laserinduzierten Thermotherapie (LITT) auf residuales Tumorgewebe im Vergleich zur Leberresektion (2000)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Boerner, Anke
    Quelle
    Berlin, 2000 — 127 Seiten
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000000245
    Kontakt
    Institut für Tierschutz und Tierverhalten

    Königsweg 67
    Gebäude 21, 1. OG
    14163 Berlin
    +49 30 838 62901
    tierschutz@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Nach potentiell kurativer Resektion von Lebermetastasen kolorektaler Karzinome des Menschen muß in 40 bis 50 % der Fälle mit einem intrahepatischen Rezidiv gerechnet werden. Tierexperimentelle Daten zeigen, daß das Trauma der chirur-gischen Leberresektion zu einer erhöhten Angehrate, erhöhtem Wachstum und erhöhter Rezidiventstehung von Mikrometastasen in der Leber führt. Diese un-erwünschten Effekte der chirurgischen Resektion könnten auf die verbundene temporäre Immunsuppression und im Zuge der Leberregeneration auf die Frei-setzung von Wachstumsfaktoren zurückgeführt werden. Die laserinduzierte Thermotherapie (LITT) ist ein neues Therapieverfahren zur Behandlung maligner Lebertumoren. Im Vergleich zur chirurgischen Leberresektion besteht der Vorteil der lokalen Tumorzerstörung im geringeren Trauma sowie im Verzicht auf die Entfernung großer Teile gesunden Lebergewebes.
    Ziel dieser Studie war die Untersuchung des Einflusses der laserinduzierten Thermotherapie auf des Wachstumsverhalten residualen intrahepatischen Tumor-gewebes an einem Metastasenmodell der Ratte im Vergleich zur chirurgischen Leberresektion. In diesem Zusammenhang wurde ein Lebermetastasenmodell der Ratte etabliert und standardisiert, das einerseits ermöglicht, Tumorgewebe durch chirurgische Resektion oder in-situ Ablation mittels laserinduzierter Thermo-therapie zu entfernen bzw. zu verstören und andererseits vitales Tumorgewebe im Organismus zu belassen, um einen indirekten Einfluß der jeweiligen Behand-lungsverfahren auf das unbehandelte Gewebe untersuchen zu können. Zu diesem Zwecke erfolgte bei WAG Ratten standardisiert die Induktion von jeweils einem Tumor in den rechten und einem in den linken Leberlappen mittels Tumorzell-suspensionsverfahrens. Als Tumorzellen wurde die Adenokarzinomzell-Linie CC531 verwendet. Der Behandlungstumor im linken Leberlappen diente zur Durchführung der entsprechenden Therapieverfahren, der sogenannte Referenz-tumor in rechten Leberlappen blieb unbehandelt und diente der Verlaufs-beobachtung. Die Versuchstiere wurden den genannten unterschiedlichen Therapieverfahren 7 Tage nach der Tumorinduktion zugeführt, und die indirekten Effekte auf die nicht behandelten Referenztumoren wurden nach 1, 2, 4, 7, 10 und 21 postoperativen Tagen untersucht. Dies erfolgte mittels Volumetrie der Tumoren sowie durch eine Quantifizierung der peritonealen Tumoraussaat. Zur Untersuchung entsprechender immunologischer Effekte der unterschiedlichen Therapieverfahren wurde der Nachweis der Oberflächenmoleküle CD8, CD54, MHC I und MHC II mittels APAAP-Färbung in der Tumorinvasionsfront durch-geführt. Außerdem erfolgte die Bestimmung der Proliferationsrate der Tumor-zellen mittels BrdU-Antikörperreaktion.
    Die Referenztumoren der Kontrollgruppe zeigten im zeitlichen Verlauf eine kontinuierliche Zunahme ihrer relativen Radien. Demgegenüber zeigten die Referenztumoren der Resektionsgruppe eine Wachstumsbeschleunigung. Des-weiteren wurden postinterventionell nach chirurgischer Leberresektion vermehrt extrahepatische Tumormanifestationen im Vergleich zur Kontrollgruppe fest-gestellt. Die laserinduzierte Thermotherapie induzierte hingegen eine signifikante Wachstumsverzögerung der Referenztumoren. Desweiteren war nach laser-induzierter Thermotherapie die Häufigkeit einer perionealen Metastasenaussaat im Vergleich zur Resektions- und Kontrollgruppe vermindert. Die laserinduzierte Thermotherapie war mit einer verstärkten Expression immunologisch relevanter Moleküle innerhalb der Tumorinvasionsfront assoziiert. Die Proliferationsrate der Residualtumorzellen aller drei Gruppen wies keine Unterschiede auf.
    Anhand der Arbeit konnte gezeigt werden, daß die laserinduzierte Thermotherapie mit einer signifikanten Wachstumsverzögerung von residualen intrahepatischen Tumorgewebe im Vergleich zur chirurgischen Resektion assoziiert ist. Die Epitope der in-situ verbleibenden zerstörten Tumorzellen könnten eine immuno-logische Antwort gegen bestehende Residualtumoren induzieren.