Fachbereich Veterinärmedizin


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    Röntgenologische Wirbelsäulenuntersuchungen bei gesunden Französischen Bulldoggen (2012)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Meyer, Susanne
    Quelle
    Berlin: Mensch & Buch Verlag, 2012 — 145 Seiten
    ISBN: 978-3-86387-134-5
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000037169
    Kontakt
    Klinik für Pferde, allgemeine Chirurgie und Radiologie

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    Tel.+49 30 838 62299 Fax.+49 30 838 62529
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    Abstract / Zusammenfassung

    In der vorliegenden Studie wurden latero-laterale Röntgenaufnahmen der Brust- und Lendenwirbelsäule von 106 Französischen Bulldoggen untersucht.
    Beurteilt wurden das Auftreten von Wirbelkörpermissbildungen (Keil-, Block-, Übergangswirbel), das Abweichen von der normalen Wirbelanzahl, Veränderungen im Bereich der Dornfortsätze und das Vorkommen von Spondylosen.
    Zur Auswertung von Keilwirbeln wurde auf Grundlage der prozentualen Abweichung zwischen dorsaler und ventraler Wirbelkörperlänge eine Graduierung von Grad 0 bis Grad 4 erstellt.
    Die Wirbelkörper der Brust- und Lendenwirbelsäule wurden vermessen und anhand der Ergebnisse in Grad 0 bis Grad 4 eingestuft. Außerdem wurden die Wirbel, deren dorsale und ventrale Wirbelkörperlänge geringer waren als deren kraniale und kaudale Wirbelkörperhöhe als schmale Wirbelkörper bezeichnet und vermerkt.
    Im Anschluss wurden die Ergebnisse des einzelnen Tieres zur Klassifizierung der untersuchten Hunde genutzt. In Abhängigkeit vom Auftreten keilförmiger Wirbelkörper (Grad 0 bis Grad 4) und schmaler Wirbelkörper wurde eine Einstufung in die Klassen I a/ b bis Klasse V a/ b vorgenommen.
    Bei den keilförmig veränderten Wirbeln wurde außerdem statistisch untersucht, ob die Basis häufiger dorsal oder ventral vorkam.

    Die Ergebnisse der Graduierung lauten:
    Keilwirbel Grad 0: 53,7 %
    Keilwirbel Grad 1: 33,1 %
    Keilwirbel Grad 2: 8,8 %
    Keilwirbel Grad 3: 2,8 %
    Keilwirbel Grad 4: 1,5 %

    Keilwirbel traten häufiger in der Brust- als in der Lendenwirbelsäule auf, und zwar vor allem im Bereich Th 6 und Th 8.
    Die Basis von Keilwirbeln Grad 1 war im Bereich Th 2 – Th 11 sowie bei L 7 häufiger ventral, in den übrigen Bereichen häufiger dorsal. Dagegen war die Basis bei Keilwirbeln ab Grad 2 häufiger dorsal.
    Es bestand keine Geschlechtsdisposition für das Auftreten von Keilwirbeln. Bei den untersuchten Hunden waren 7,4 % aller Brust- und Lendenwirbel als schmale Wirbelkörper ausgebildet.

    Die Klassifizierung ergab folgende Ergebnisse:
    Klasse I a: 0,0 %
    Klasse I b: 0,0 %
    Klasse II a: 13,2 %
    Klasse II b: 2,8 %
    Klasse III a: 1,9 %
    Klasse III b: 5,7 %
    Klasse IV a: 5,7 %
    Klasse IV b: 12,3 %
    Klasse V a: 9,4 %
    Klasse V b: 49,1 %

    Bei einem Rüden (0,9 %) bestand im Bereich Th 5 und Th 6 ein Blockwirbel. Übergangswirbel kamen bei neun (8,5 %) Hunden vor, wobei am häufigsten eine Thorakalisation des ersten Lumbalwirbels (n=7, 6,6 %) vorlag.
    Eine Abweichung von der normale Wirbelzahl bestand bei 15,1 % (n=16) der untersuchten Hunde.
    Verschmelzungen im Bereich der Dornfortsätze besaßen 16 (15,1 %) Französische Bulldoggen. Diese traten im Bereich von Th 4 bis Th 11 auf.
    Spondylosen wurden nach der Einteilung von EICHELBERG und WURSTER (1982) bewertet und ihr Auftreten in Bezug auf Keilwirbel untersucht.
    Spondylosen bestanden vor allem in der kaudalen BWS und der kranialen LWS.
    Spondylosen wurden sowohl bei Keilwirbeln als auch bei Wirbeln ohne Normabweichungen gesehen. Der überwiegende Anteil der Keilwirbel wies keine Spondylosen auf. Sollten Keilwirbel zu Instabilitäten in der Wirbelsäule führen, können sekundär Spondylosen entstehen.
    Ein Auswertungsbogen für die Untersuchung der Brust- und Lendenwirbelsäule von Französischen Bulldoggen wurde entworfen und soll helfen, dass diese Untersuchung einheitlicher durchgeführt werden kann.