Fachbereich Veterinärmedizin


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    Vergleich des SimPlate TM -Campylobacter-CI-Systems mit dem kulturellen Standardverfahren zum Nachweis von Campylobacter spp. (2012)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Manopas, Aranya Sira Andrea
    Quelle
    Berlin: Mensch & Buch Verlag, 2012 — 126 Seiten
    ISBN: 978-3-86387-106-2
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000036297
    Kontakt
    Institut für Lebensmittelsicherheit und -hygiene

    Königsweg 69
    14163 Berlin
    +49 30 838 62550
    lebensmittelhygiene@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Die Eignung des SimPlate™ Campylobacter CI-Systems als Schnelltest für Campylobacter spp. wurde im Vergleich mit dem ISO-MPN-Verfahren gemäß ISO 10272:1995(E) überprüft. Als Untersuchungsmaterial dienten insgesamt (Vor- und Hauptversuche) 116 Proben Puten und Hähnchenfleisch. Während mit dem Standardverfahren 24 positive Ergebnisse erzielt wurden, waren es mit dem Schnelltest lediglich sechs, was zum Teil an der hohen Nachweisschwelle lag.
    Für die mittels ISO isolierten Campylobacter-Stämme wurde eine phänotypische und eine molekularbiologische (PCR) Speziesidentifizierung durchgeführt. In 46 % der Fälle stimmte die Zuordnung der Arten nicht bzw. bei Mischkulturen lediglich teilweise überein.
    Für eine differenzierte Beurteilung des SimPlate™ Campylobacter CI-Systems sind folgende Punkte maßgeblich:
    •Das SimPlate™ Campylobacter CI-System zeigte im Verlauf dieser Versuchsreihe (Vor- und Hauptversuche) eine Sensitivität von 37,5 % bei natürlich kontaminierten gekühlten Geflügelfleischproben. Die Sensitivität bei mit frischem Koloniematerial artifiziell inokuliertem Probenmaterial lag dagegen bei 100 %. Die Ursache der für den praktischen Laborgebrauch inakzeptabel geringen Sensitivität bildet vermutlich eine nicht ausreichende Resuszitation des Zielkeimes. Auch eine Hemmung von Campylobacter spp. durch Bestandteile der Rezeptur kommt in Betracht.
    •Die Spezifität des SimPlate™ Campylobacter CI-Systems lag bei 100 %. Dieses gute Ergebnis kompensiert aber nicht die geringe Sensitivität.
    •Eine Verlängerung der Inkubationszeit könnte die Sensitivität des SimPlate™ Campylobacter CI-Systems verbessern, steht aber im Widerspruch zur Auslobung als Schnelltest.
    •Relevante Probleme bei der Beurteilung der Fluoreszenz der Kavitäten treten nur bei zerkleinertem Probenmaterial auf, könnten aber bei der Untersuchung von Geflügelhackfleisch durchaus zu falsch-negativen Ergebnissen führen.
    •Bei einer Inokulation mit 10 (hoch 3) KbE/ ml erzeugten die drei überprüften E. coli-Stämme keine Rotfärbung der Kavitäten der SimPlate™ Campylobacter CI-System-Platten. Lediglich ein direktes Beimpfen einer Kavität mit Koloniematerial in großer Menge erzeugte diese Reaktion. Aufgrund der nicht selten vorkommenden Eigenfluoreszenz der Probenmatrix wäre es durchaus hilfreich, einen E. coli-Stamm als Positivkontrolle der Fluoreszenz mitzuführen, der gleichzeitig eine verdächtige Rotfärbung der Kavitäten auslöst. Zu diesem Zweck wären weitere E. coli-Stämme zu überprüfen bzw. müsste der Hersteller entsprechende Stämme benennen, um die Auswertbarkeit des Testkits zu verbessern.
    •Die Sensitivität des SimPlate™ Campylobacter CI-Systems scheint für C. jejuni höher als für C. coli zu sein; ein Umstand, der wegen der geringeren Tenazität von C. coli für alle vollständig oder teilweise kulturellen Verfahren gelten dürfte.