Fachbereich Veterinärmedizin


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    Biokompatibilitätsprüfung eines Gelatine-PLGA-Scaffolds für die Knorpelregeneration im Rattenmodell (2012)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Jeuthe, Sarah
    Quelle
    Berlin: Mensch & Buch Verlag, 2012 — 54 Seiten
    ISBN: 978-3-86387-191-8
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000038790
    Kontakt
    Institut für Tierpathologie

    Robert-von-Ostertag-Str. 15
    Gebäude 12
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62450 Fax.+49 30 838 62522

    Abstract / Zusammenfassung

    Aufgrund des schlechten Eigenreparationspotentials des Gelenkknorpels führen Fehlbelastungen, Traumata und chronische entzündliche Erkrankungen des Gelenks oftmals zu progressiven Gelenkbeschwerden oder Arthrosen. Um die Regeneration von Knorpeldefekten zu unterstützen gibt es verschiedenste Ansätze in Therapie und Forschung. Bei der derzeit vielversprechendsten Methode werden Trägermaterialien (Scaffolds) in die Knorpeldefekte eingebracht, welche den Knorpelzellen Struktur und Stabilität beim Einwachsen in den Defekt bieten sollen. Nichtsdestotrotz bieten die meisten bisher erhältlichen Trägermaterialien nicht alle gewünschten Eigenschaften für eine effiziente Knorpelregeneration. Im Rahmen dieser Arbeit wurde deshalb ein neuartiges Trägermaterial, basierend auf Gelatine und PLGA, auf seine Biokompatibilität, im Rahmen einer Langzeitimplantationsstudie im Rattenmodell, getestet. Der Hälfte der insgesamt 84 weiblichen Wistar Ratten wurden die Gelatine-PLGA-Testimplantate subkutan implantiert, der anderen Hälfte die Ethisorb®Tamponade als Vergleichsimplantat mit bekannter Biokompatibilität. Nach unterschiedlich langen Zeitintervallen, zwischen 2 und 26 Wochen, wurde das Gewebe um die Implantate histologisch aufgearbeitet und die Gewebereaktion in Anlehnung an die DIN EN ISO 10993 ausgewertet und bewertet. Dabei zeigte sich, dass das Gelatine-Scaffold gut in die umgebende Subkutis integriert und bindegewebig durchwachsen wurde. Im Vergleich zum Kontrollmaterial Ethisorb® zeigte er eine schnellere Degradationsrate. So war das Gelatine-Scaffold nach 8 Wochen histologisch nicht mehr nachweisbar, während das Kontroll-Scaffold auch nach 26 Wochen noch histologisch erkennbar war. Im Vergleich zu dem bereits zugelassenen Kontroll-Scaffold verlief die Fremdkörperreaktion auf das zu untersuchenden Gelatine-PLGA-Scaffold ausgesprochen mild. Das Gelatine-PLGA-Scaffold weist also über den gesamten Versuchszeitraum eine gute Biokompatibilität auf. Je nach gewünschter Eigenschaft stellt das Gelatine-PLGA-Scaffold somit eine potenzielle, gut abbaubare und gewebeverträgliche Alternative zu den momentan erhältlichen Scaffolds dar.