Fachbereich Veterinärmedizin


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    Auswirkungen der pharmakologischen Modulation der Bradykininrezeptoren auf die Arteriogenese im Tiermodell (2012)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Gatzke, Nora
    Quelle
    Berlin: Mensch & Buch Verlag, 2012 — 116 Seiten
    ISBN: 978-3-86387-092-8
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000036005
    Kontakt
    Institut für Veterinär-Physiologie

    Oertzenweg 19 b
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62600 Fax.+49 30 838-62610
    email:physiologie@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Hintergrund – In dieser Studie wurde der Einfluss der Bradykininrezeptoren auf die Arteriogenese untersucht, um neue Therapiestrategien in Patienten mit Gefäßverschlusskrankeiten entwickeln zu können.
    Methoden – Im ersten Teil dieser Studie wurden C57/Bl6-Mäuse für sieben Tage nach Femoralarterienokklusion (FAO) und Sprague Dawley (SD)-Ratten für 21 Tage nach bilateralem Verschluss der Arteriae certebrales und anschließender Ligatur der Arteria carotis communis (3-VO) mit Antagonisten der Bradykinin-Rezeptoren (BR) 1 (Bachem H1960) und 2 (Icatibant) behandelt. Im zweiten Teil erfolgte dagegen in Ratten für sieben Tage nach 3- VO die Behandlung mit einem BR1-Agonisten (Tocris R916). Die Validierung der Bradykinin-Effekte erfolgte anhand funktioneller Parameter wie der Bestimmung der zerebrovaskulären Reservekapazität (CVRC) nach 3-VO und des kollateralen Perfusinsindexes (CPI) nach FAO sowie anhand morphologischer Parameter wie der angiographischen Darstellung und Bestimmung der Gefäßdurchmesser der Arteria cerebri posterior (PCA) nach 3-VO. Die Wirkung von Bradykinin auf die Monozytenfunktion wurde mittels Migration humaner THP-1-Zellen bestimmt.
    Ergebnisse – Der Kollaterale Perfusionsindex (CPI) ist nach sieben Tagen nach FAO bei Antagonisierung von BR1 (41 ± 10%) und BR2 (46 ± 15%) gegenüber Kontrollen signifikant geringer. Die CVRC (BR1i: -4 ± 8%; BR2i: 0 ± 12%) und die PCA-Durchmesser (BR1i: ipsi: 194 ±12 μm, kontra: 203 ± 24 μm; BR2i: ipsi: 209 ±25 μm, PCA kontra: 215 ±30 μm) 21 Tage nach 3-VO bestätigen diese Daten. Dagegen zeigt die BR1-Stimulation signifikante proarteriogene Effekte (CVRC: 13 ± 14%, PCA ipsi: 253 ± 33%, PCA kontra: 225 ± 18%). In vivo zeigen Monozyten eine gehemmte bzw. gesteigerte Migration auf Bradykininantagonisten sowie -agonisten.
    Schlussfolgerung – Die vorliegende Studie konnte zeigen, dass Bradykinin während des Kollateralwachstums eine entscheidende Rolle spielt. Therapeutisch scheint der Vorteil bei der BR1-Stimulation zu liegen, da diese zum einen den biologischen Bypass stimuliert und zum anderen keinen Einfluss auf die Ausbreitung des vasogenen Hirnödems hat.