Fachbereich Veterinärmedizin


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    Untersuchung zum Einfluss des Lipidgehaltes in Oozyten des Rindes auf die embryonale Entwicklungsfahigkeit nach In-vitro-Maturation und In-vitro- Fertilisation (2012)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Fucker, Ursel Adeltraud
    Quelle
    Berlin: Mensch & Buch Verlag, 2012 — 130 Seiten
    ISBN: 978-3-86387-187-1
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000038801
    Kontakt
    Klinik für Klauentiere

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    Abstract / Zusammenfassung

    Trotz zahlreicher Verbesserungen in den IVP-Protokollen beträgt der Prozentsatz der in vitro produzierten, transfertauglichen Blastozysten zwischen 30-45%. Das Ausgangsmaterial in Form der Oozyten unterschiedlicher Entwicklungs- und Reifestadien aus den Ovarien von Kühen unbekannten Alters und Gesundheitszustandes waren heterogen, ebenso wie die Entwicklungskompetenz der gewonnenen Oozyten. Neben Eizelldurchmesser, Kernstatus, Cumulusausstattung und Beschaffenheit des Zytoplasmas ist der Lipidgehalt in Oozyten und Embryonen ein wichtiger Parameter für ihre Qualität und Kryotoleranz. Der Lipidgehalt in Oozyten korreliert mit der morphologischen Erscheinung des Zytoplasmas.
    Gegenstand der Untersuchung dieser Arbeit war die Bestimmung des Lipidgehaltes in bovinen Einzeloozyten der Rasse Deutsches Fleckvieh hinsichtlich der Intensität und des Lipidmusters im Ooplasma sowie der parallelen Charakterisierung der Chromatinkonfiguration in Abhängigkeit von verschiedenen Cumulus-Oozyten- Komplex-Klassen (COK-Klassen) vor und nach der In-vitro-Maturation (IVM). Die Beurteilung der weiteren Entwicklungsfähigkeit erfolgte anhand von IVF und IVC.
    Basierend auf der Messung der Fluoreszenzintensität des Zytoplasmas zeigten die Oozyten der Klassen I, II und III ähnliche Werte (638 ± 34; 575 ± 43 und 715 ± 60 µA/ Oozyte), waren aber signifikant höher als in den Oozyten der COK-Klasse IV (326 ± 45 µA/ Oozyte).
    Nach der IVM war die Fluoreszenzintensität und damit der Lipidgehalt in den Oozyten der Klassen I und II höher (736 ± 39 und 631 ± 28 µA/ Oozyte), in der Klasse III (558 ± 49 µA/ Oozyte) hingegen war eine signifikante Abnahme zu beobachten. Es wurden drei wiederkehrende Lipidmuster festgestellt, die abhängig von der COK-Klasse und dem Entwicklungsstadium der Oozyte auftraten. Die vor der Maturation vorherrschende feinkörnige Zytoplasmastruktur veränderte sich im Verlauf der Reifung zu einer flockigen Struktur.
    Die Entwicklungsraten zur Blastozyste am Tag 8 nach IVF war in den Klassen I und II signifikant höher (32,7% und 30%) als in den Gruppen III und IV (5,5% und 0%). Im zweiten Teil der Arbeit wurden zwei unterschiedliche Seren als Medienzusatz untersucht. Der Lipidgehalt in den Oozyten wurde durch das verwendete Serum beeinflusst. Die höchste Fluoreszenzintensität konnte in den Oozyten nach IVM in ECS-supplementiertem Medium gemessen werden. Unterschiede im Lipidmuster waren hier ebenfalls zu beobachten. Weiterhin führte die Mediensupplementierung mit ECS oder FCS zu Unterschieden in der frühen embryonalen Entwicklung. Nach der embryonalen Entwicklung (Tag 8 nach IVF) war der Lipidgehalt signifikant höher als an Tag 2 nach IVF. Die höchste Intensität wurde bei Verwendung von ECS am Tag 8 nach IVF (799 ± 18,3 vs. 760,1 ± 22,2 µA/ Embryo) gemessen.
    Nicht nur der Anteil Blastozysten (31,8% vs. 24,6%), sondern auch die Anzahl der Zellkerne pro Blastozyste (103 vs. 88) stieg nach ECS-Supplementierung des Mediums signifikant an.
    Aus den Ergebnissen wird deutlich, dass entwicklungskompetente Oozyten (COK-KIassen I und II) Lipide aus dem umgebenden Milieu aufnehmen und sich dieser Anstieg auf die frühe Embryonalentwicklung positiv auswirkt. Unterschiedliche Serumzusätze führen zu unterschiedlicher Embryonenentwicklung.
    Die Verwendung von ECS als Serumzusatz zum Medium führte in allen untersuchten Parametern zu höheren Werten und zu besseren Entwicklungsraten.
    In weiteren Versuchen ist zu verifizieren, ob diese in vitro produzierten Embryonen einen Vorteil für die weitere Entwicklung besitzen und bessere Überlebensraten nach Übertragung in Empfängertiere zeigen.