Fachbereich Veterinärmedizin


Service-Navigation

    Publikationsdatenbank

    Vergleichende Untersuchung der Leberkonservierung mit Biseko- und mit UW-Lösung im Modell der normotherm hämoperfundierten Schweineleber (2012)

    Art
    Hochschulschrift
    Autor
    Freund, Hannah
    Quelle
    Berlin: Mensch & Buch Verlag, 2012 — 104 Seiten
    ISBN: 978-3-86387-121-5
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000037312
    Kontakt
    Institut für Tierernährung

    Königin-Luise-Str. 49
    Gebäude 8
    14195 Berlin
    +49 30 838 52256
    tierernaehrung@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Das Ziel dieser Studie bestand darin, anhand der isolierten Organperfusion eine neue Konservierungslösung, Biseko-Lösung, im Vergleich zur UW-Lösung zu testen.
    Es galt zwischen den ischämischen Schäden und Reperfusionsschäden zu unterscheiden. Mithilfe der Perfusionsapparatur konnte das zu untersuchende Organ isoliert unter physiologischen Perfusionsverhältnissen ohne Beeinträchtigung durch andere Organe betrachten werden.
    Die Lebern wurden von Schweinen entnommen. Zur Datenerhebung wurden 6 Versuche mit der etablierten UW-Lösung und 6 Versuche mit der zu testenden Biseko-Lösung durchgeführt. Die Konservierungszeit war bei allen Lebern 14 Stunden, die Reperfusionsdauer 180 Minuten. Um ein genaueres Bild der Enzymaktivitäten zu erhalten, wurde während der dreistündigen Perfusion alle 30 Minuten eine Blutprobe entnommen.
    Die histologische Auswertung durch den pathologischen Score ergab geringere ischämische Schäden als Reperfusionsschäden. Die histologischen Ergebnisse bei den mit Biseko- Lösung konservierten Lebern waren besser. Die ausgewerteten elektronenmikroskopischen Bilder wiesen keine deutlichen Unterschiede zwischen den mit UW-Lösung und den mit Biseko-Lösung konservierten Lebern auf. Eine klare Aussage über Vor- und Nachteile der Biseko- gegenüber der UW-Lösung lässt sich anhand der licht- und elektronenmikroskopischen Bilder in Bezug auf die I/R-Schädigungen des Gewebes nicht treffen. Diese Art der Untersuchung liefert nur punktuelle Ergebnisse, da nur einige Leberbiopsien vorgenommen wurden. So ist es nicht auszuschließen, dass eine Biopsie von Lebergewebe vorlag, welche von der Konservierung weniger angegriffen worden war.
    Die ermittelten Stoffwechselparameter bei den mit Biseko-Lösung konservierten Lebern, im Vergleich zu den mit UW-Lösung konservierten Lebern, waren schlechter.
    Die über die isolierte Organperfusion gewonnenen Erkenntnisse zur hepatischen Stoffwechsellage sprechen nicht eindeutig für bessere Ergebnisse beim Einsatz der Biseko- Konservierungslösung. Insgesamt zeigten die Daten, dass die beiden eingesetzten Konservierungslösungen in dem hier angewandten Versuchsaufbau zu I/R-Schäden der Leber führen.
    Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass bezüglich Vitalität und Funktion der Leber, die Konservierung mit Biseko-Lösung nicht die erwarteten Ergebnisse aufweist. Jedoch sollte die Biseko-Lösung aufgrund der bekannten positiven Eigenschaften bei der Aufrechterhaltung der Mikroperfusion weiter untersucht werden. Die hier erzielten Untersuchungsergebnisse unterstützen die Aussage, dass die UW-Lösung zurzeit gebräuchlich bei der Lebertransplantation ist. Die Ergebnisse dieser Studie lassen zwar die Biseko-Lösung als nicht am geeignetsten für die Leberkonservierung erscheinen, aufgrund der bekannten Eigenschaften der Biseko-Lösung wären Tests und Studien an anderen Organen jedoch durchaus sinnvoll.