Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Die Afrikanische Pferdepest:
    eine weitere Tierseuche ante portas? (2009)

    Art
    Zeitschriftenartikel / wissenschaftlicher Beitrag
    Autoren
    Ilchmann, G.
    Clausen, P-H
    Mehlitz, D.
    Bauer, B.
    Quelle
    Pferdespiegel; 12(2) — S. 62–66
    ISSN: 1860-3203
    Kontakt
    Institut für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin

    Robert-von-Ostertag-Str. 7-13
    Gebäude 35, 22, 23
    14163 Berlin
    +49 30 838 62310
    parasitologie@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Der bedeutendste Überträger der Afrikanischen Pferdepest (APP) in Afrika ist, wie im Falle der Blauzungenkrankheit, die wärmeliebende Gnitzenart Culicoides imicola. Die als Folge des Ausbruchs der Blauzungenkrankheit in Nord- und Mitteleuropa eingeleiteten entomologischen Untersuchungen haben gezeigt, dass auch unsere heimischen Gnitzen durchaus als potentielle Vektoren für die Verbreitung der Blauzungenkrankheit anzusehen sind. Da es sich bei dem Erreger der Afrikanischen Pferdesterbe wie bei dem der Blauzungenkrankheit um ein Orbivirus handelt, kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch das APP-Virus durch infizierte Equiden eingeschleppt und dann durch einheimische Gnitzen verbreitet und heimisch wird. Aufgrund dieser Erkenntnisse sollte daher die Bedrohung unserer Pferdebestände durch die Afrikanische Pferdepest neu bewertet werden.
    Die APP ist eine akute bis perakute, hoch fieberhafte schwere Erkrankung der Equiden mit einer charakteristischen Symptomatik und hoher Mortalität. Im klinischen Bild dominieren die Zeichen einer Lungen- und Herzerkrankung, verbunden mit einer möglichen starken Ödembildung, besonders in Lunge, Brustraum und Unterhautgewebe. Eine Behandlung ist nicht möglich und nicht erlaubt. Erkrankte Tiere sind zu töten, mit einer Ringimpfung soll die Weiterverbreitung des Erregers verhindert werden. Einzelheiten der Bekämpfung sind in einer Leitlinie geregelt.