Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Schätzprobleme beim quantitativen Listeriennachweis in Lebensmitteln (2003)

    Art
    Zeitschriftenartikel / wissenschaftlicher Beitrag
    Autoren
    Schmitz, R.
    Weiß, H.
    Quelle
    FleischWirtschaft : von der Erzeugung bis zur Vermarktung von Lebensmitteln tierischen Ursprungs; 83(3) — S. 156–159
    ISSN: 0015-363x
    Kontakt
    Institut für Veterinär-Epidemiologie und Biometrie

    Königsweg 67
    Gebäude 21, 1. OG
    14163 Berlin
    +49 30 838 56034

    Abstract / Zusammenfassung

    Im Zuge der Diskussion um einen Grenzwert für den quantitativen Listeriennachweis muss man sich verstärkt mit der Frage auseinandersetzen, wie genau die Ergebnisse eines solchen Nachweises sind. Hierbei gibt es sowohl Faktoren, die sich aus dem Untersuchungsprozess selbst ergeben und eine nicht zu unterschätzende Streubreite der Ergebnisse zur Folge haben, als auch methodisch statistisch begründete Faktoren.
    Wenn die Genauigkeit der Schätzung ungenügend ist, ergibt sich daraus, dass die Aussage, ob eine Probe unter- oder oberhalb eines Grenzwertes – in welcher Größenordnung auch immer angesetzt – liegt, ebenfalls fragwürdig erscheint.
    Die Vorgehensweise beim quantitativen Listeriennachweis ist in der internationalen Norm DIN EN ISO 11290-2 festgelegt. Trotz Einsatz robuster statistischer Methoden ergibt sich das Problem einer großen Variation der Ergebnisse, welches grundsätzlich bekannt ist. Allerdings gibt es bisher keine Lösungsansätze hierfür.
    Als Ansatzpunkt für eine weitere Suche nach Lösungen sowie als Hinweis für die Grenzwertdiskussion soll hier aus biometrischer Sicht ein Überblick über die Schätzproblematik beim quantitativen Listeriennachweis gegeben werden.
    Hierzu wurden die Daten eines europäischen Ringversuchs zur Hilfe genommen, um einerseits die Verwendbarkeit robuster statistischer Verfahren kritisch zu betrachten und andererseits Hinweise zu finden auf mögliche Ursachen der hohen Variationen.
    Es stellte sich heraus, dass das angewandte robuste Verfahren zur Beurteilung der Präzision des mikrobiologischen Untersuchungsverfahrens wenig geeignet ist, wenn es Grund zu der Annahme gibt, dass die Methode noch nicht genügend optimiert ist. Die großen Variationen bei den Koloniezählungen sind zum einen im vorgeschriebenen Bestätigungsverfahren auf Listeria monocytogenes zu begründen, zum anderen muss aber auch die Probenvorbereitung noch genauer untersucht und verbessert werden. Hier scheinen Abweichungen zu entstehen, die evtl. vermieden werden könnten.