Fachbereich Veterinärmedizin


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    Supra-apikale pH-Messungen am Blättermagenepithel des Schafes mit Hilfe der pH-sensitivenMikroelektrode (2008)

    Art
    Poster
    Autoren
    Kosmis, K
    Stumpff, F
    Martens, H
    Kongress
    18. Tagung der DVG-Fachgruppe Physiologie und Biochemie.
    Leipzig, 09. – 11.03.2008
    Quelle
    Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft / Fachgruppe Physiologie und Biochemie : Proceedings 18. Tagung der DVG-Fachgruppe Physiologie und Biochemie
    Leipzig, 2008 — S. 78
    ISBN: 978-3-934178-92-2
    Verweise
    URL (Volltext): http://www.vetmed.uni-leipzig.de/blaue-hefte/archiv/0004_DVG18-PhysiolBioch/free-online/LBH_DVG18-PhysiolBioch-Webversion.pdf
    Kontakt
    Institut für Veterinär-Physiologie

    Oertzenweg 19 b
    14163 Berlin
    +49 30 838 62600
    physiologie@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Einleitung: Das Blättermagenepithel des Schafes ermöglicht u. a. den parallelen Transport von
    Bikarbonat und kurzkettigen Fettsäuren (SCFA). Dieser Transport einer Base (Bikarbonat) und einer
    Säure (SCFA) ist nur möglich, wenn effektive, den pH-Wert regulierende Mechanismen existieren, die
    sowohl den pH-Wert unmittelbar oberhalb als auch unterhalb der luminalen Membran beeinflussen. Mit
    Hilfe von pH- sensitiven Mikroelektrode soll der pH-Wert supra- und subapikal gemessen werden.
    Material & Methoden: Ein etwa 2 x 2 cm großes frisch gewonnenes Epithelstück vom Blättermagen
    eines Schafes wird waagerecht in eine modifizierte Ussing-Kammer eingespannt und permanent mit
    warmer und begaster Pufferlösung umspült, die sowohl auf der apikalen als auch auf serosalen Seite
    gewechselt werden kann. Eine am Tage zuvor gefertigte und direkt vor dem Versuch geeichte double?
    barreled Glasmikroelektrode, bei der sich in einem Kanal ein Hydrogen-Ionophor (pH-Elektrode) und in
    dem anderen 0,5 M KCl-Lösung (Referenzelektrode) befindet, wird in die obere Öffnung (mukosale oder
    apikale Seite des Epithels) der Versuchsapparatur eingeführt. Dort erfolgt in der mukosalen Pufferlösung
    der Abgleich auf Null und unter mikroskopischer Kontrolle möglichst nah die Annäherung an die apikale
    Seite des Epithels, um dort supra-apikal den pH-Wert zu messen. Während der Messung werden die
    Spannungsänderungen der pH-sensitven Elektrode (B) von den Werten der Referenzelektrode (A)
    subtrahiert (A minus B). Dieser Wert kann direkt auf den pH-Wert bezogen werden.
    Ergebnisse: Die Eichkurven der Elektroden (N = 10) wiesen an der Ausgabe eine Spannung von
    55,0 ± 3,35 mV pro pH-Einheit auf, d. h. eine Veränderung des pH-Wertes um 0,1 Einheiten verursacht
    eine Veränderung von 5 ? 6 mV und damit eine genügend genaue Auflösung des pH-Wertes. Der lineare
    Bereich der Elektroden erstreckt sich über 3 pH-Werteinheiten. Es wurden an sieben
    Blättermagenpithelien supra-apikal pH-Messungen vorgenommen. Der mittlere supra-apikale pH-Wert
    betrug 6,96 ± 0,3 (N = 7) und war damit deutlich saurer war als der pH-Wert der mukosalen Lösung (7,4
    ± 0,1) in der oberen Hälfte der Kammer. Diese Ergebnisse bestätigen die von Untersuchungen am
    Pansen- (Leonhard-Marek et al., 2004) und Darmepithel (Daniel et al., 1989) bekannten Abweichungen
    des supra-apikalen pH-Wertes von dem pH-Wert der mukosalen Pufferlösung.
    Schlussfolgerungen: Mit dieser Methode sind pH-Messungen an der Oberfläche von (polarisierten)
    Epithelien möglich. In der Zukunft sind intrazelluläre pH-Messungen (subapikale) mit der double-barreled
    pH-sensitiven Mikroelektrode geplant. Die Verwendung geeigneter Pufferlösungen und der Einsatz von
    spezifischen Inhibitoren von Transportmechanismen erlaubt Rückschlüsse auf Mechanismen der
    intrazellulären pH-Wert Regulation und damit auf die Bedingungen für den parallelen Transport von
    Bikarbonat und SCFA.