Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Praktischer Einsatz eines Funktionstests zur quantitativen Bestimmung der glomerulären Filtrationsrate (GFR) bei der Katze (2006)

    Art
    Zeitschriftenartikel / wissenschaftlicher Beitrag
    Autoren
    Hartmann, H.
    Thuere, S.
    Finnah, A.
    Hoechel, J.
    Quelle
    Tierärztliche Praxis / Ausgabe K, Kleintiere, Heimtiere; 34(2) — S. 127–131
    ISSN: 1434-1239
    Kontakt
    Institut für Veterinär-Physiologie

    Oertzenweg 19 b
    14163 Berlin
    +49 30 838 62600
    physiologie@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Gegenstand und Ziel:
    Die möglichst frühzeitige Diagnostik einer renalen Malfunktion bildet die Voraussetzung für eine rechtzeitige und damit wirkungsvolle Behandlung von Nierenfunktionsstörungen. Von den bekannten renalen Funktionsparametern signalisiert die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) am besten die Zahl der (noch) funktionalen Nephrone. Bisher fehlte in der tierärztlichen Praxis ein geeignetes Verfahren zur quantitativen GFR-Bestimmung. Ziel dieser Studie war, Ergebnisse der Anwendung eines neuen Testverfahrens in der tierärztlichen Praxis bei der Katze vorzustellen.

    Material und Methode:
    An 71 Katzen unterschiedlicher Rassen im Alter von 10,5 (7,5–12,0) Jahren (= Median [1.-3. Quartil]) wurde in der Praxis ein neuer renaler Funktionstest zur quantitativen GFR-Bestimmung eingesetzt. Ergebnisse: Bei 68 (95,8%) der eingesandten Proben gelangte der Test standardgemäß zum Einsatz und konnte ausgewertet werden. Nichtazotämische Katzen (endogene Serumkreatininkonzentration ≤ 168 µ mol/l) mit Verdacht auf renale Malfunktion wiesen eine mäßig erniedrigte GFR von 69 (60–84)% der Norm auf. Bei nierenkranken Tieren mit geringer und moderater Azotämie (endogene Serumkreatininkonzentration: 169–250 bzw. 251–440 µ mol/l) war die GFR auf 52 (42–70)% und 19 (17–21)% deutlich vermindert.

    Schlussfolgerung:
    Der neue renale Funktionstest hat sich unter Praxisbedingungen bewährt. Erstmalig gelingt damit in der tierärztlichen Praxis die frühe und ausreichend sichere Diagnostik auch subklinischer renaler Funktionsstörungen bei Katzen und Hunden. Darüber hinaus liefern die quantitativen GFR-Befunde wichtige Hinweise auf eine präzise Kontrolle therapeutischer Maßnahmen und zur Prognose bei nierenkranken Patienten.