Fachbereich Veterinärmedizin


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    Beziehungen zwischen den Werten des endogenen Serumkreatinins und der glomerulären Filtrationsrate (GFR) bei nierengesunden sowie -kranken Hunden und Katzen (2008)

    Art
    Zeitschriftenartikel / wissenschaftlicher Beitrag
    Autoren
    Hartmann, H.
    Schmitz, R.
    Reder, S.
    Höchel, J.
    Quelle
    Tierärztliche Praxis / Ausgabe K, Kleintiere, Heimtiere; 36(2) — S. 111–118
    ISSN: 1434-1239
    Kontakt
    Institut für Veterinär-Physiologie

    Oertzenweg 19 b
    14163 Berlin
    +49 30 838 62600
    physiologie@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Einleitung und Zielstellung: Grenzwerte des endogenen Serumkreatinins für die Diagnostik einer renalen Malfunktion werden in der Literatur für Kleintiere sehr unterschiedlich angegeben. Daher wurden bei Hunden und Katzen zeitgleich das endogene Serumkreatinin und die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) bestimmt und retrospektiv die diagnostische Qualität (Sensitivität, Spezifität) des endogenen Serumkreatinins zur Feststellung einer renalen Eu- bzw. Malfunktion untersucht.
    Material und Methoden: In die Studie wurden 493 Hunde (Alter: 7,0 (3,0-9,0) Jahre) und 278 Katzen (Alter: 10,0 (6,5-12,0) Jahre) aus vier europäischen Ländern einbezogen. Die Hunde/Katzen gehörten 34/12 verschiedenen Rassen an oder waren Mischlinge. Das veterinärmedizinische Fachpersonal vor Ort führte bei den Tieren einen renalen Funktionstest mit modifizierter Bestimmung der Plasma-Clearance von exogenem Kreatinin zur quantitativen Bestimmung der GFR durch. Das Kreatinin im Serum wurde mittels Jaffé-Methode ermittelt. Die optimalen Grenzwerte für das endogene Serumkreatinin mit maximaler diagnostischern Sensitivität und Spezifität zur Erkennung einer renalen Eu-/Malfunktion wurden mit Hilfe der Receiver Operating Characteristic(ROC)-Analytik bestimmt.
    Ergebnisse: Von den einbezogenen Hunden erwiesen sich 238 Tiere (48,3%) als nierengesund (GFR70% der Norm) und 255 Tiere (51,7%) als unterschiedlich intensiv nierenkrank (GFR<70% der Norm). Bei den Katzen waren 104 Tiere (37,4%) nierengesund und 174 Tiere (62,6%) nierenkrank. Zur Unterscheidung von nierengesund/-krank ergaben sich für Hunde/Katzen optimale Grenzwerte des Serumkreatinins von 98/141µmol/l. Die diagnostische Qualität dieser Grenzwerte war mit der Sensitivität bzw. Spezifität von 77 bzw. 82% (Hunde) und 82 bzw. 73% (Katzen) unzureichend niedrig gegeben. Wiesen die nierenkranken Hunde/Katzen nur noch eine GFR von 30% der Norm auf, betrugen die optimalen Grenzwerte des Serumkreatinins 153/274µmol/l. Ihre diagnostische Qualität war mit der durchschnittlichen Sensitivität bzw. Spezifität von 100 bzw. 89% bei Hunden gut und von 79 bzw. 96% bei Katzen zufrieden stellend gegeben.
    Klinische Relevanz: Infolge niedriger Werte der diagnostischen Sensitivität bzw. Spezifität ist der endogene Serumkreatiningehalt bei Hunden und Katzen zur Frühdiagnostik einer renalen Malfunktion nur wenig oder gar nicht geeignet. Zur verlässlichen Frühdiagnostik muss ein renaler Funktionstest mit quantitativer GFR-Bestimmung durchgeführt werden. Erst nierenkranke Tiere mit einer verminderter GFR von nur noch 30% der Norm können anhand der endogenen Serumkreatininwerte diagnostisch gut (Hund) oder zufrieden stellend (Katze) erfasst werden.