Fachbereich Veterinärmedizin


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    Computertomographische Untersuchung zur Luxatiopatellae congenita des Hundes (2008)

    Art
    Poster
    Autoren
    Behrendt, U.
    Kaiser, S.
    Brunnberg, L.
    Kongress
    13. Jahrestagung der DVG-Fachgruppe Innere Medizin und Klinische Laboratoriumsdiagnostik
    Gießen, 02. – 03.02.2008
    Quelle
    Tierärztliche Praxis / Ausgabe G, Großtiere, Nutztiere; (36) — S. P 25
    ISSN: 1434-1220
    Kontakt
    Klinik für kleine Haustiere

    Oertzenweg 19 b
    Haus 1
    14163 Berlin
    Tel.+49 30 838 62356 Fax: +49 30 - 838 460 157
    email: kleintierklinik@vetmed.fu-berlin.de

    Abstract / Zusammenfassung

    Die Luxatio patellae congenita (LPC) ist eine der häufigsten erblichen
    Erkrankungen des Hundes und ein großes züchterisches Problem.
    Charakterisiert ist die LPC durch eine Verlagerung der Patella
    über den medialen oder/ und lateralen Rollkamm der Trochlea ossis
    femoris. Bestimmte Weichteil- und Knochendeformitäten sind
    mit einer LPC assoziiert. Diese sehr verschiedenen Deformitäten bedingen
    mit Ausnahme der Trochleahypoplasie eine seitliche Zugrichtungsabweichung
    des M. quadriceps femoris. Die Zugrichtungsabweichung
    und die Trochleahypoplasie sind zwei unterschiedliche
    Mechanismen. Die Bestimmung von Luxationsrichtung
    und Grad unterliegt klinischen subjektiven Untersuchungskriterien.
    Ziel dieser Arbeit war, mit der Computertomographie die Knochenund
    Weichteildeformitäten bei der LPC zu studieren.
    Es wurden Trochleatiefe und Zugrichtungsabweichung des M.
    quadriceps femoris gemessen und in Beziehung zum Luxationsgrad
    gesetzt, um prognostische und therapeutische Kriterien abzuleiten.
    In die Studie wurden Hunde mit LPC und kniegesunde Hunde als
    Kontrollen aufgenommen. Die Hinter-gliedmaßen wurden entsprechend
    den VDH Vorgaben orthopädisch und das Tier prae- sowie
    postoperativ computertomographisch untersucht. Dies wurde mit einem
    modernen Multislice-Spiral-CT der Firma General electric vorgenommen.
    Bei diesem State-of-the-art-Gerät handelte es sich um
    ein 4-Schicht-Gerät. In die Studie gingen 105 Hunde ein. Ausgewertet
    wurden 61 Patienten (107 Extremitäten) und 44 Kontrolltiere
    (88 Extremitäten).
    Die Luxationsrichtung war bei 80 Extremitäten (74,8%) nach
    medial, bei 20 (18,7%) nach lateral und bei 7 (6,5%) konnte die Patella
    sowohl nach medial als auch nach lateral luxiert werden. Bei 46
    Hunden bestand eine beidseitige Luxation. Im Patientengut waren
    die Gradeinteilungen an 20 Extremitäten (18,7%) Grad 1, Grad 2 an
    47 (43,9%), Grad 3 an 25 (23,4%) und Grad 4 an 10 (9,3%) festzustellen.
    Grad 1 und 2 waren gleichzeitig an einer Extremität an
    5 Gliedmaßen (4,7%) zu diagnostizieren. Der Q-Winkel wich bei
    Grad-1-Patienten im Median mit 14,19°, bei Grad-2-Patienten mit
    14,67°, bei Grad 3 mit 24,03° bei Grad-4-Patienten mit –4,87 ab.
    Post operationem war der Q-Winkel im physiologischen Bereich
    korrigiert. Die Trochleatiefe erreichte bei Grad-1-Patienten im Median
    1,6 mm, bei Grad 2 1,5mm, bei Grad 3 1,4 mm. Bei Grad-4-Patienten
    war die Trochlea häufig aufgrund einer Pseudotrochlea nicht
    zu bestimmen. Mit den Messungen an Kontrolltieren ließen sich die
    Angaben zum physiologischen Q-Winkel nach Kaiser (1999) bestätigen.
    Unterschiede im Q-Winkel und der Trochleatiefe konnten im
    Vergleich der einzelnen Luxationsgrade aufgezeigt werden. Mittels
    CT kann eine objektive präoperative Beurteilung der Schwere der
    Erkrankung und der Operationsplanung erfolgen, was für den Chirurgen
    eine große Hilfestellung sein kann.