Fachbereich Veterinärmedizin


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    Publikationsdatenbank

    Verbund Arcobacter: Pathogenes Potential und Bedeutung als Zoonosenerreger (Arcopath)

    Projektbeschreibung:

    In den letzten Jahren finden die Vertreter der Gattung Arcobacter zunehmend wissenschaftliche Beachtung, wobei die konkrete Datenlage in Deutschland unzureichend ist. Die Spezies Arcobacter (A.) butzleri und A. cryaerophilus werden seit einigen Jahren als ,,new emerging pathogens“ eingestuft und ihnen wird ein ähnliches pathogenes Potential wie den Spezies Campylobacter (C.) jejuni und C. coli zugesprochen. Verschiedene Publikationen beschreiben das Vorkommen von Arcobacter in Kotproben von gesunden Tieren und die z. T. hohe Prävalenz in Lebensmitteln. Obwohl verschiedene Publikationen Einzelerkrankungen und lebensmittelassoziierte Ausbrüche durch A. butzleri, A. cryaerophilus und A. skirrowii beschreiben, fehlen weiterhin fundierte Daten zur humanen Prävalenz und der Bedeutung im Gesundheitswesen. Jedoch konnten bereits Studien aus Belgien, Neuseeland, Südafrika, Mexiko und Thailand belegen, dass Arcobacter in bis zu 8 % der Stuhlproben von durchfallerkrankten Personen nachweisbar sind. Für Deutschland fehlen jedoch Daten zur Prävalenz beim Menschen. Gleichzeitig ist das derzeitige Wissen um Übertragungswege bzw. Quellen humaner Infektionen und das Virulenzpotential von Arcobacter spp. limitiert.

    In diesem Projekt sollen diese Fragestellungen in Kooperation mit dem Institut für Mikrobiologie und Hygiene der Charité – Universitätsmedizin Berlin aufgegriffen werden. Über einen Zeitraum von 18 Monaten sollen humane Stuhlproben sowie Proben aus dem Veterinär- und Lebensmittelbereich auf das Vorkommen von Arcobacter hin untersucht werden. Voraussetzung für den erfolgreichen Nachweis hierfür ist eine optimierte Diagnostik, die gemeinsam mit den Partnern Uni Ghent und LGL etabliert wird. Für die Charakterisierung der entsprechenden Isolate werden zwei Genotypisierungsverfahren (MLST-Analyse und ERIC-PCR) eingesetzt. Ziel ist es, die Verwandtschaft von Human-, Lebensmittel- und tierischen Proben zu ermitteln, um potentielle Übertragungswege und Quellen zu identifizieren. Zur Ermittlung des pathogenen Potentials wird die Ausstattung mit putativen Virulenzgenen analysiert. Zudem werden Invasions-, Adhäsions- und Zytotoxizitäts-Assays durchgeführt, die in unseren Laboratorien etabliert sind. Die Aussagekraft der bisher dazu vorliegenden Studien ist aufgrund der sehr geringen Anzahl an untersuchten Isolaten limitiert und bedarf dringend der Ergänzung.
    Um weiterführende Studien v. a. zum pathogenen Potential und potentiellen Virulenzfaktoren und -mechanismen an einem Pool gut charakterisierter Arcobacter-Stämme zu ermöglichen, werden die Isolate in einer Stammsammlung archiviert, die nach Abschluss des Projektes auch weiteren interessierten Arbeitsgruppen zur Verfügung gestellt wird.
    Damit ist dieses Projekt Ausgangspunkt für weiterführende Untersuchungen zur Pathogenese von Arcobacter.

    Projektleitung: Dr. Greta Gölz, Prof. Dr. Thomas Alter
    Eintragende Einrichtung: Institut für Lebensmittelsicherheit und -hygiene
    Projektlaufzeit: 01.07.2017 bis 30.06.2019
    Projekttyp: Forschungsprojekt
    Kooperationsdaten
    • Partner: • Institut für Mikrobiologie und Hygiene der Charité – Universitätsmedizin Berlin, PD Dr. Markus M. Heimesaat / Prof. Dr. Stefan Bereswill
    Mittelgeber: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR), PT/BMBF